Weltcupfinale in Schilpario (Italien) 12.-15.09.2019
Stefan Portmann und Martin Schacher reisten vergangene Woche zum Weltcupfinale nach Schilpario, Italien, wo die letzten vier Weltcuprennen dieser Saison ausgetragen wurden. Portmann überzeugte mit vier Podestplätzen, darunter einem Sieg im Riesenslalom. Schacher freute sich über den 13. Rang im Slalom. Portmann wurde im Rahmen eines Teamabends in Schilpario auch noch als vierfacher Schweizermeister ausgezeichnet.
Das Weltcupfinale der Grasskifahrer mit vier Rennen in vier Tagen fand vom 12. bis 15. September im italienischen Schilpario statt. Bereits am Mittwochnachmittag reiste das Schweizer Team mit fünf Athleten, darunter der Escholzmatter Martin Schacher, nach Schilpario. Stefan Portmann aus Wiggen, der vor einem Jahr eine Zusatzausbildung begonnen hat und am Nachmittag noch eine Prüfung an der Technischen Fachschule Bern absolvieren musste, stiess erst in der Nacht auf Donnerstag zum Team hinzu.
Portmann mit Podest in der Superkombi
Mit der Superkombination am Donnerstag wurden das Finale und somit der Kampf um die Kristallkugeln lanciert. Bei den Frauen stand die Österreicherin Jacqueline Gerlach jedoch durch ihren Punktevorsprung bereits vor dem Finale als Siegerin des Gesamtweltcups fest. Stark präsentierte sich Stefan Portmann im ersten Lauf, dem Super-G. Er legte die klare Bestzeit vor dem Italiener Edoardo Frau und dem Tschechen Martin Bartak hin. Die weiteren Schweizer Athleten lagen zur Halbzeit mit Mirko Hüppi auf Rang sieben, Ralph Zuberbühler auf Rang 15, Vito Schaniel auf Rang 21, Martin Schacher auf Rang 24 und Raphael Zuberbühler auf Rang 25. Im anschliessenden Slalom fuhren - etwas ungewöhnlich - nicht die Favoriten die Laufbestzeiten heraus. Grund dafür waren die mit jedem Fahrer schlechter werdenden Pistenbedingungen. Vito Schaniel verbesserte sich durch seine gute Startposition auf den 17. Schlussrang; Ralph Zuberbühler bekundete bereits Mühe mit den vorhandenen Spuren in der Ideallinie und rutschte auf Rang 16 zurück. Dem Ostschweizer Mirko Hüppi gelang mit einer sauberen Fahrt der Sprung auf Rang vier. Stefan Portmann büsste im Slalom etwas zu viel Zeit ein. Er erreichte durch seinen Vorsprung aus dem Super-G aber dennoch mit dem zweiten Rang hinter dem Sieger Martin Bartak bravourös erstmals in dieser Saison einen Podestplatz in der Superkombination. Der Deutsche Marcel Knapp fuhr auf Rang drei. Martin Schacher und Raphael Zuberbühler schieden im zweiten Durchgang aus.
Doppelsieg für Hüppi und Portmann im Slalom
Eine fulminante Aufholjagd gelang Stefan Portmann im Slalom. Nach dem neunten Zwischenrang machte er mit der absoluten Bestzeit im zweiten Durchgang noch sieben Ränge gut und wurde starker Zweiter. Dem Schweizer Team gelang mit Mirko Hüppi auf Rang eins sogar ein Doppelsieg. Dritter wurde der junge Slowake Adam Masar. Eine tolle Leistung zeigte auch Martin Schacher. Nachdem er im ersten Lauf kämpfen musste, um ein Ausscheiden zu verhindern, realisierte er mit einer super Leistung im zweiten Lauf den 13. Schlussrang. Das Schweizer Team hatte mit Vito Schaniel, Ralph und Raphael Zuberbühler auch drei Ausfälle zu beklagen.
Portmann triumphiert im Riesenslalom
Eine Klasse für sich war Stefan Portmann im Riesenslalom. Bereits im ersten Lauf führte er mit der besten Zeit das Feld vor Martin Bartak und dem Österreicher Philipp Gschwandtner an. Auf dem sechsten Zwischenrang platzierte sich Mirko Hüppi; Vito Schaniel fuhr auf Rang 20. Martin Schacher und Ralph Zuberbühler kamen im ersten Lauf nicht ins Ziel.
Portmann war auch im zweiten Lauf nicht zu bremsen, realisierte erneut die klare Bestzeit und bestätigte mit seinem Sieg den Weltmeistertitel in dieser Disziplin. Martin Bartak fuhr hinter Portmann auf Rang zwei. Edoardo Frau wurde Dritter. Mirko Hüppi erreichte den guten sechsten Rang. Vito Schaniel wurde 18.
Gesamtweltcupsieg an Martin Bartak
Im zweitletzten Rennen der Saison wurde bei den Herren der Gesamtweltcup zwischen Martin Bartak und Edoardo Frau entschieden. Bartak reichte der zweite Rang im Riesenslaom aus, um vorzeitig den Sieg im Gesamtweltcup klar zu machen und erstmals die Kristallkugel zu gewinnen. Er durchbrach damit die Siegesserie von Edoardo Frau, der sich mit Rang zwei abfinden musste. Mit nur 19 Jahren ist er der jüngste Gesamtweltcupsieger im Grasskisport.
Arrigoni verhindert Schweizer Doppelsieg im Super-G
Zum Abschluss der Weltcupsaison fand am Sonntag der Super-G statt. Mit angriffigen Fahrten fuhren Mirko Hüppi und Stefan Portmann auf die Ränge zwei und drei. Nur der überraschende Italiener Mattia Arrigoni verhinderte mit seinem ersten Weltcupsieg einen Doppelsieg des Schweizer Teams. Ralph Zuberbühler rundete mit dem ausgezeichneten 12. Rang das tolle Teamergebnis ab. Vito Schaniel kam nicht über Rang 29 hinaus. Martin Schacher musste aufgrund einer bei seinem Sturz im Riesenslalom erlittenen Verletzung auf den Start im Super-G verzichten.
Bei den Frauen entschied Jacqueline Gerlach aus Österreich alle vier Rennen beim Weltcupfinale souverän für sich und krönte sich nach einer sensationellen Saison zur verdienten Gesamtsiegerin.
Dritter im Gesamtweltcup
Stefan Portmann machte beim Weltcupfinale noch das Unmögliche möglich. Trotz des Rückstandes von über 200 Punkten auf den Italiener Lorenzo Gritti vor dem Finale, konnte er diesen durch seine herausragenden Ergebnisse in allen vier Rennen noch vom Podest verdrängen und wurde hinter Bartak und Frau Dritter. Eine beachtliche Leistung, da er bei zwei Weltcuprennen in Cortina ausgeschieden war und vier Rennen im Iran sogar ausliess. Martin Schacher schloss den Weltcup auf dem 31. Gesamtrang ab und freute sich über einen gelungenen Slalom beim Finale: «Ich bin schon lange nicht mehr so einen guten Slalom gefahren. Leider konnte ich wegen eines gebrochenen Fingers durch den Sturz im Riesenslalom beim Super-G nicht an den Start gehen und auch die Superkombination gelang mir nicht. Trotzdem bin ich mit meinen Leistungen während der gesamten Saison und der Heim-WM sehr zufrieden. An der Schweizermeisterschaft gewann ich zudem Bronze im Super-G».
Portmann resümierte nach dem starken Finale: «Ich habe zum Saisonabschluss noch einmal alles aus mir herausgeholt. Von mir aus könnten noch einige Rennen folgen, denn meine Form ist derzeit super. Ich habe in dieser Saison alles richtig gemacht. Ich konnte mir den Traum des Weltmeistertitels erfüllen, meinen 15. Weltcupsieg feiern, den dritten Rang im Gesamtweltcup erreichen und mich auch noch zum 4-fachen Schweizermeister krönen.».
Die Schweizermeisterschaft fand im Rahmen der FIS Rennen auf der Marbachegg im Juni und Anfang September in Bömmeli statt. Dabei siegte Stefan Portmann in allen vier Disziplinen. Martin Schacher fuhr im Super-G auf den Bronzerang.
16.09.2019 Anna Lena Portmann
Foto: Anna Lena Portmann


